Der Elfer zählt zu den ältesten Basler Pfeifermärschen. Wie der Name vermuten lässt, wurde er im Jahr 1911 von Karl Roth komponiert. Roth, geboren 1879, schuf mit diesem Werk sein Erstlingsstück. Als Berufsmusiker verlangte er Tantièmen für die Aufführung seiner Märsche. Eine Forderung, die jedoch von keiner Clique erfüllt wurde.
Von Beginn an widmete Roth den Marsch dem Fasnachts-Comité anlässlich seiner Gründung. Im Jahr 1911 wirkte er als Instruktor und Pfeifer bei der Olympia. Zwei Jahre später, 1913, führte die Olympia den Elfer am Drummeli erstmals auf, mit Roth selbst in den eigenen Reihen. Kurz darauf kam es zum Zerwürfnis, und Roth verliess die Olympia im Unfrieden.
Der Elfer war einer der ersten dreistimmig komponierten Fasnachtsmärsche. Bis etwa 1911 hatte an der Basler Fasnacht die Einstimmigkeit dominiert. Mit seiner Uraufführung schlug der Marsch ein wie kaum ein anderer: Er war neuartig, da er nicht auf einem Militärmarsch oder Militärsignal beruhte, und verbreitete sich rasch.
Der ursprüngliche Trommeltext stammt, soweit nachvollziehbar, von den Olymper-Tambouren. Ein alternativer Trommeltext von Dr. Fritz Berger entstand vermutlich später. Dafür spricht, dass Berger 1911 erst 16 Jahre alt war und seine Trommelnotation erst um 1928 veröffentlichte.
Roth geriet immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten. 1928 sah er sich gezwungen, die Rechte an einigen seiner Märsche abzugeben. Schliesslich erwarb das Comité im Jahr 1943 die Rechte an den Stücken Tango, Elfer, Querpfeifer und Pfadfinder.
Karl Roth verstarb 1958 verarmt im damaligen Hilfsspital, dem heutigen Felix Platter Spital. Sein Einfluss auf die Basler Fasnacht war beträchtlich. Von ihm stammen einige der bekanntesten Märsche der Anfangszeit, darunter, Z’ Basel am mym Rhy und d’Route Symfonie. Zwischen 1911 und 1937 komponierte Roth alle seine Märsche; insgesamt 16 sind bis heute erhalten.
Im Jahr 2005 erhielt das dreistimmige Original eine vierte Stimme. Diese wurde von Christoph Walliser im Auftrag eines Olympers komponiert und der Olympia geschenkt. Damit kann der Marsch, der einst durch seine Dreistimmigkeit als revolutionär galt, heute vierstimmig aufgeführt werden.
Walliser beliess es jedoch nicht nur bei der zusätzlichen Stimme: Er schuf zur originalen ersten Stimme drei komplett neue Unterstimmen. Diese vierstimmige, neuharmonisierte Fassung wurde 2006 an der Vorfasnachtsveranstaltung Mimösli uraufgeführt und befindet sich nicht im öffentlichen Verkauf.



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